Teil 2 Lissabon, 10 Tage Roadtrip durch Portugal

September 4, 2016

Die Wohnung von Ernestine unsere Airbnb Gastgeberin war ein TRAUM. Es war so schön! 11 Zimmer, in einem sanierten Altbau. Ernestine versteht ihr Handwerk und die Einrichtung ist auf den Punkt getroffen. "Scandinavia meets a Dutch Girl in Portugal", hier möchte man selbst gleich einziehen und die Lage ist perfekt.
 

 

 

Am Abend haben wir den TIMEOUT Market ausprobiert. Dort sind mit die besten Restaurants Lissabons mit einem kleinen "Schaufenster" aus ihrer Küche vertreten. Hier kann man verschiedenste Gerichte aus aller Welt verköstigen. Es ist unglaublich viel los aber nach einer kurzen Zeit ergatterten wir einen Tisch und so konnte das Schlemmen beginnen. Gestartet haben wir mit einer klassischen Platte. Zwei verschiedene Queijo Sorten, feinster Schinken, Pata Negra mit Feige und natürlich ein Gläschen Rotwein.

 

 

 

Der nächste Gang bestand aus verschiedenen Croquettes. Klassisch mit den lokalen Gewürzen, Queijo mit Hühnchen und mit Bacalhau. Muss man ausprobieren. Die Queijo und die Klassischen finde ich persönlich super!
Danach haben wir ein gegrilltes Kalbsstück im Brötchen auf portugiesische Art gegessen!
 
Die Desserts in dieser Halle sind der Wahnsinn. Alle Varianten von verschiedensten Süßspeisen kann man dort kosten. Wir ließen uns nicht lumpen und probierten ein Schokotarte mit Orange! HILFE ich bin/war im HIMMEL!

 

 


An diesem Abend waren wir froh das Lissabon auf einem Hügel gebaut wurde. So kam der Verdauungsspaziergang gerade recht denn der Timeout Market ist unten am Hafen und wir hatten unsere Unterkunft ganz oben in den Gassen.
 
TAG 8:
Als wir aufwachten stellten wir fest, dass wir nicht geträumt haben. Wir sind in Lissabon und wir sind in einer wunderschönen Wohnung aufgewacht. Schnell geduscht und angezogen um die Stadt zu erkunden schließlich hatten wir nur zwei Tage Zeit um die Stadt zu sehen und da wollten wir nichts verpassen und uns aber auch nicht hetzen lassen - calma!
 
Lissabon ist eine Stadt in der man sich verlaufen sollte. Man sollte die Stadt entdecken und nicht strikt nach Plan A - B - C abgehen. So war auch unser Plan und damit fährt man am besten. Klar sollte man ungefähr wissen wo welche Sehenswürdigkeit ist und was man nicht verpassen sollte, aber man kann auch die Nebenstrassen abgehen ohne ein riesen Fehler zu machen. Der einzige Fehler der einem passieren kann ist, dass man vielleicht einen Berg wieder hinaufrennen muss ;)

 

 

 

Los ging unsere Tour am Elevador de Santa Justa vorbei zum Praça do Comércio dann zum Largo da Sé die Kathedrale von Lissabon. Von dort ging unsere Tour weiter zu den Portas Do Sol wo man einen tollen Ausblick hat über Alfama der Altstadt von Lissabon. Die ganze Strecke läuft an den Bahngleisen der alten Straßenbahn Linie 28 entlang. Einfach den Gleisen folgen und man kommt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Wir blieben bei unserer Taktik und verirrten uns in den Gassen Lissabons und entdeckten unzählige Wandmalereien, tolle Kunstwerke und hörten die schönen oder besser gesagt die traurigen Klänge des Fados. Wir liefen weiter bis Miradouro da Senhora do Monte von wo man ebenfalls eine tolle Aussicht genießen kann, diesmal allerdings auf die Burg von Castelo de São Jorge.

 

 

 

 

 

 

Als wir Richtung Innenstadt wieder langsam runterliefen haben wir noch die eine oder andere Wandmalerei bestaunt die unglaublich toll ist und nochmal die Geschichte von Fado zeigt.
Durch die ganzen Hügel und dem ganzen auf und ab machte sich unser Bauch aufmerksam. In der Innenstadt sind wir zur Pink Street (keiner aus Lissabon kennt diese Straße unter dem Namen Pink Street) zu Sol e Pesca. Das ist ein Anglerladen wo es die verschiedensten Fischsorten in Büchsen gibt. In dem Anglerladen bekommt der Fachmann alles was sein Anglerherz höher schlagen lässt. Angelhaken, Schwimmer, Blinker und den ganzen anderen Rest was man zum Angeln braucht. Für diejenigen die nichts mit Angeln anfangen können gibt es die eine Ladenseite die voller Köstlichkeiten besteht. Fast jede Marke von Fischdosen ist vertreten. Von Sardinen über Makrele, Thunfisch usw. findet man alles in jeder Geschmacksvariante. Natürlich gibt es auch den klassischen Mittagstisch, hier kann man sich in der außergewöhnlichen Menükarte inspirieren lassen.

 

 

 

 
Die Dosenfische werden einem lecker auf den Teller präsentiert und mit frischen Kräutern garniert. Es ist ein ganz untypischer Mittagssnack aber man sollte es auf jeden Fall einmal ausprobieren... Lecker und amüsant zugleich!
Nach dem Essen sind wir noch gemütlich durch die Straßen spaziert und haben uns das bunte Treiben der Bewohner und der Touristen angesehen.

 

 

Am Abend hatten wir vor bei der "A Cevicheria" essen zu gehen. Den Abend davor waren wir bereits schon dort, allerdings hatten wir an diesem Abend kein Glück! Es war ausgebucht. Diese Nacht sollten wir mehr Glück haben. Gegen 20 Uhr am Restaurant angekommen (... das ist eigentlich eine total untypische Portugiesische Zeit um essen zu gehen... alles beginnt später als bei uns) war unsere Vorfreude schon sehr groß. Der Oktopus der von der Decke hing zierte das komplette Restaurant und ist ein richtiger Hingucker. Doch nicht nur der Oktopus war gigantisch, nein, beim genaueren Hinsehen sah man die verschiedensten Details, die mit Liebe verarbeitet wurden. Sitzbänke aus Marmor, der Fußboden aus verzierten Zementfliesen, die indirekten Lampen, der frische Fisch - einfach alles in diesem Restaurant stimmte und brillierte so mit einer tollen Atmosphäre.
Der Kellner schaute uns an und fing an zu grinsen, den er erinnerte sich an uns, aber auch an diesem Abend war bereits die Warteliste gut gefüllt aber er gab uns schon ein Zeichen das wir dieses Mal drankommen. Rechts an der Tür ist eine Open Bar wo man sich sein Aperitif schon mal vorab nehmen kann und draußen genüsslich trinken kann. So kann auch eine Wartezeit gut überbrückt werden. Nach ca. einer Stunde waren wir endlich dran. Das Warten sollte sich doch gelohnt haben. Wie bereits bei diversen anderen Restaurants ist hier genau das gleiche Konzept. Sharing is caring.
Schnell wurden von der Liste vier verschiedene Ceviche Gerichte ausgewählt.
Für alle die nicht wissen was eine Ceviche ist. Ceviche ist ein Gericht, das aus Peru stammt. Es besteht in seiner ursprünglichen Form aus kleingeschnittenem, rohem Fisch verschiedener Sorten, der ungefähr 15 Minuten in Limettensaft mariniert wird, in Scheiben geschnittene rote Zwiebeln werden mit dem Fisch vermischt.

 

 

 

Als die Speisen uns gebracht wurden kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Diverse Geschmacksexplosionen wurden uns da präsentiert. Roher Fisch mit Roter Bete und einem Krokant Knusper Chip, Gegrillter Oktopus mit Apfelstücken und verschiedene Gemüsesorten, Bacalhau mit Trüffelpüree und Knusperkartoffeln und zu guter Letzt ein Tartar das auf der Zunge zergangen ist. hmm...so gut!
Der Hauswein ist ebenfalls zu empfehlen. Dieser passt hervorragend zu den verschiedenen Gerichten.

 

 

 

Da das Ceviche ein leichtes Gericht ist, haben wir uns noch dazu entschlossen zwei Dessertsorten auszuprobieren. Ein Dessert auf der Speisekarte klang schon so unwirklich das es sich regelrecht selbst anbot. Sellerie Sorbet mit Avocado und Baiser - klingt seltsam aber schmeckt sehr erfrischend und sehr lecker.
Da fiel das zweite Dessert fast in den Schatten, aber falsch gedacht. Das dunkle Schokomouse ist herrlich gewesen mit dem Orangenkuchen. (Man muss verstehen ich sterbe für Dunkle Schokolade mit Orangengeschmack)
Überglücklich von so einem explosionsartigen Mundorgasmus fielen wir müde ins Bett.
 

 


TAG 9:
Es ist Dienstag und in Lissabon ist am Dienstag und Samstag immer Flohmarkt in der "Feira da Ladra". Mit der Straßenbahn Linie 28 kommt man da perfekt hin. Da wir gestern nicht die Bahn genommen haben, war es diesmal eine schöne alternative um von A nach B zu kommen. Mit der Bahn sind wir nochmal viele Sehenswürdigkeiten abgefahren die wir einen Tag zuvor bei unserem Rundlauf bereits gesehen haben. Der Flohmarkt ist sehr groß und erstreckt sich über diverse Straßen. Man muss schon ein wenig Glück haben um etwas zu finden aber ich denke, dass jeder dort fündig wird. In diesem Fall wir auch :) war auch irgendwie klar.

 

 
Als wir später fertig waren entschieden wir uns zurück durch die Gassen von Alfama zu gehen, uns zu verlieren und Richtung Innenstadt zu laufen.
Das Wetter passt ja nur an diesem Tag waren unsere Beine doch etwas schwerer als erwartet. Unten am National Munument "Ascencor da Bica" - Der Bica Fahrstuhl angekommen lachte uns dieser an um uns von unten nach oben zu befördern. Kurzentschlossen nahmen wir natürlich die Möglichkeit an. Die kurze Fahrt lohnte sich für jeden Cent denn der Aufstieg wäre heftig gewesen.

Oben angekommen wollten wir uns einen kleinen Snack gönnen und sind dann zur Pharmacia gegangen. Pharmacia ist ein Restaurant/Bar/Bistrot in einem alten Krankenhaus. Das Interieur die Deko, die Karte einfach alles erinnert einen an eine alte Apotheke oder ein Krankenhaus.

 

 

 

Man merkt, dass sich hier jemand perfekt mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Das Wasser wird aus alten Apothekerflaschen serviert das auf einem kleinen Beistelltisch gestellt wird wie es solche im Krankenhaus gibt. Die Tische sind alle individuell eingedeckt. Viele verschieden bunte Teller dekorieren die Tische. Wir wollten einen kleinen Snack nur haben und uns eine leckere Erfrischung gönnen.
Gesagt getan. Die alkoholfreien Getränke waren sehr fein. Eine Mischung aus frischem Obst garniert mit frischen Kräutern. Sehr erfrischend und gut. Das Essen war ebenfalls gut.

 

 

 
Da der Tag zum Glück noch nicht vorbei war und wir noch genügend Zeit hatten haben wir uns kurzerhand entschlossen zur LX Factory raus zu fahren. Die LX Factory ist eine stillgelegte Fabrik in der sich jetzt kleine und große Firmen, Junge Designer niedergelassen haben um dort ihr Konzept zu präsentieren. Die einen verkaufen Inneneinrichtung andere Vintage Möbel, es gibt unzählige Restaurants, Bars, Kaffees, Tätowierer, Barbershops einfach eine Stylische und lockere Atmosphäre. Die Wände sind voller Graffitis, Wandmalereien, Installationen und Kunstausstellungen. Wir können  es jedem ans Herz legen mal dort hinzugehen. Es lohnt sich 100%.

 

 

Nachdem wir die Shops alle durchgegangen sind und um das ein oder andere Teil reicher geworden sind wollten wir den Sonnenuntergang von einem speziellen Ort genießen. In der LX Factory gibt es eine Bar/Club - Rio Maravilha und dieser befindet sich auf dem Gelände im obersten Stock. Man kann auch von unten eine bunte Statue sehen die die Plattform zeigt. Man muss nur mit dem Aufzug in den 4. Stock fahren und den letzten Stock zu Fuß besteigen. Oben angekommen kommt man sich vor als sei man kurzerhand nach Brasilien und San Francisco gleichzeitig geflogen um in Lissabon eine Roof top Party zu genießen. Die Brücke Ponte 25 de Abril ist sehr schön zu sehen, genauso wie die Cristo Rei Statue. Es ist so als ob die beiden Statuen sich gegenseitig ansehen und er Tejo sie trennt. Wirklich eine traumhafte Aussicht und eine super Atmosphäre.
 

 

Da es leider unser letzter Abend war wollten wir diesen in einem typischen Portugiesischen Restaurant ausklingen lassen.
Die "Taberna Da Rua Das Flores" ist dafür die ideale Lösung.

 

 

Das kleine Restaurant ist prall gefüllt mit Leuten. Gäste warten draußen auf ihre Tische und unsere Angst wurde größer das wir keinen Tisch mehr ergattern würden. Die Mädels die im Restaurant arbeiten haben alle Hände voll zu tun, der Betrieb ist im vollen Gange. Als eine der Kellnerinnen auf uns zukommt und abwinkt das das Restaurant voll sei, ist unsere Enttäuschung deutlich sichtbar geworden darauf hin fragte Sie nochmal bei der Kollegin nach. Die Kollegin bat uns um ein wenig Zeit. Wir sollten doch schon mal ein Wein nehmen Sie würde uns was besorgen. Der Wein kam und wir lernten draußen in der Schlange zwei Londoner kennen die ebenfalls warteten. Durch das Gespräch mit den beiden verging die Zeit wie im Flug und nach ein paar gefühlten Minuten später hatten wir auch unseren Tisch bekommen. Auch hier same same wie in den anderen Restaurants bestellten wir drei verschiedene kleine Gerichte. Auch hier können wir das Prädikat SUPER aussprechen. Auch dieses Restaurant kann überzeugen und ist eine top Adresse im Buch der besten Restaurants. Das erste Gericht ein Mix aus Ceviche, Rohem Fisch auf Seegras und mit kleinen Apfelstücken, kleinen Croutons und Tomaten war ein Gedicht.

 

 
Uns lief das Wasser im Mund zusammen und so konnten wir es kaum abwarten das zweite Gericht zu probieren und ich kann euch eins sagen das war ebenfalls eine Köstlichkeit.
Selbstgemachte knusprige Kartoffelchips mit einem Fisch der auf der Zunge zerging. Das war so unglaublich gut. Als Abschluss bekamen wir noch ein paar gegrillte Garnelen mit Koriander abgestimmt. Ebenfalls sehr lecker.

 

 

 

Dieses Restaurant hat so eine charmante und lässige Stimmung das man gemütlich bis spät in die Nacht sitzen, reden und über die Geschehnisse der letzten Tage sprechen kann. Ein toller letzter Abend der mit der Krönung des wohl besten Schokokuchens der Welt begleitet von einem leckeren Portwein sein Ende nehmen sollte. Super Lecker. Taberna vielen Dank für alles!

 

 
TAG 10:
Der Abreisetag stand an... OH noooo das kann es doch nicht gewesen sein. Die Stunden liefen gegen uns aber davon ließen wir uns nicht stressen. Gemütlich sind wir am Morgen in ein Frühstückslokal gegangen und haben nochmal lecker gefrühstückt und die letzten Besorgungen gemacht. Doof war nur das wir nicht aus Lissabon zurückgeflogen sind sondern wieder aus Faro, aber ok das war ja auch unser Plan nochmal das Landesinnere uns anzusehen und da die Entfernung Lissabon - Faro ca. 280km nicht wirklich weit ist war das alles machbar. Sachen gepackt und ab nach Faro.
Nach ca.1,5 Stunden in der Sonne wurde die Lust immer größer sich nochmal kurz vor der Abreise sich zu erfrischen und ins Meer zu springen. Das sollte es doch nicht gewesen sein. Nein sollte es nicht. Kurz vor Faro schnell die Ausfahrt genommen mit dem Ziel Meer. Schnell umgezogen, genossen wir noch die letzten Stunden im Meer und am Strand.

 


Obrigado Portugal - Das war nicht das letzte Mal. Wir kommen auf jeden Fall wieder!
 
Adrian & Lydia

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