10 Tage Roadtrip durch Portugal, hier entlang für die entscheidende Route zwischen Kulinarik, Strand

Unglaublich es ist August und wir frieren uns den hintern in Deutschland ab oder kämpfen mit Regenschirmen gegen das ständige Unwetter an. Kurzerhand haben wir uns entschlossen dem Ganzen zu trotzen und uns auf den Weg in den Süden zu machen. Ich lag Lydia schon seit einer gewissen Zeit in den Ohren wie toll ich das Land Portugal mag. Dieses Land hat einfach so viel zu bieten und das wollten wir dann gemeinsam entdecken. 10 Tage sind gebucht, 10 Tage voller Freude, 10 Tage voller Sonne sollten es sein und 10 Tage schlemmen nach Lust und Laune.

Unser erstes Ziel war festgelegt: Faro, aber da war uns von vorhinein klar "da bleiben wir nicht!", denn wir hatten unsere Unterkunft in der Casa Estrela Guest House bei Maria und Collin gebucht. Das Pärchen hatte uns bereits schon erwartet. Nach einem kurzen Chat und der Begehung der Zimmer war unser erster Gedanke, ab zum Meer - und Abenteuer los. Los geht es!!!

TAG 1: Am Strand "Praia de Marinha" angekommen, sind wir über die Felswand runter in die Schlucht zum Meer gewandert. Dieser erste Eindruck, wenn man in einer Bucht steht, geschützt von Gold-, Rot- und Orangefarbenem Gestein, weckt in einem den Eindruck das man irgendwo gestrandet ist wo keine Menschenseele sich verirren würde. Dem war ‚leider‘ nicht so, denn auch die ergiebigste Suche im August in der Hochsaison einen Strand zu finden der ohne Touristen ist, ist natürlich fast auszuschließen. Trotzdem war der Strand nicht überfüllt wir haben einen tollen Sonnenplatz in der Sonne ergattert.

Das Wasser hatte eine tolle Temperatur und war sehr klar. Nach der Anreise sind wir auf unserem Plätzchen erst mal eingeschlafen und nach ein paar gefühlten Sekunden, wahrscheinlich war bereits eine Stunde vergangen begann am Nachmittag die Flut zu kommen und wie es so kommen musste schwappte die Welle über uns und riss uns aus unserem wohlverdienten Nachmittags-Strand Nickerchen. Durchgetränkt vom Salzwasser standen wir da, wie zwei nass gewordene Pudel. Die um uns herumliegenden Leute haben sich wahrscheinlich schon ihren Teil gedacht - Anfänger :) hahaha.... Es war zumindest eine Lektion für uns und so konnten wir in Ruhe den Nachmittag für uns genießen und uns in die eine oder andere Welle stürzen.

Am Abend haben wir einen Tisch reserviert im Lokal und Hippen Restaurant "PRAIA NA VILLA" in Vilamoura". Das Restaurant ist temporär in einer alten, wunderschönen Scheune. Das Praia na Villa ist ein Steakhouse seinesgleichen. Das Interieur mit den großen, von der Decke hängenden Olivenbäume, die großen runden Tische und den langen Tafeln mit antiken und klassischen Stühlen wie den Eames Chair machen das Flair perfekt. Das Amuse-Gueule war ein perfekter Start in das Gourmet-Erlebnis. Die diversen Vorspeisen brachten unsere Gaumen zum Glühen. Die portugiesischen Croquetes gehören zu einem tollen Start, sowie der Queijo und der Pata Negra... Hmm ein Traum! Es konnte genau so weitergehen und das tat es.

Das tolle an Portugal und deren Esskultur ist, dass die Gerichte fast alle ausschließlich zum Teilen sind. Die Portionen sind kleiner und die Preise günstiger damit man mehrere Gerichte ausprobieren und mit seinem Partner und Freunden teilen kann. Als Hauptspeise entschieden wir uns für zwei verschiedene Fleischsorten die im Restaurant zu den Tops zählen. K.O.B. und Lombo Limousine. Beides verschmelzte in unseren Mündern. Das Fleisch hatte die perfekte Würze und als Zutat reichte nur noch Salz. Wahnsinn!

Das Praia na Villa hat uns von Anfang bis Ende verwöhnt. Ein perfekter Ausklang für den Abend sorgte ein Vino Verde der den Abend abrundete :). TAG 2: Am zweiten Tag schliefen wir ein wenig aus. Zu gut war der vorherige Abend. Maria und Collin überraschten uns mit einem leckeren Frühstück und so schlemmten wir gleich weiter. Nach dem Frühstück wollten wir aber keine weitere Sekunde verpassen und uns wieder an den Strand legen. Gesagt, getan und gepackt legten wir gleich los und sind dieses Mal an den "Praia do Carvalho" gefahren der um die Ecke vom gestrigen Strand "Praia na Marinha" sich befindet. Im Grunde sind es drei Strände die alle ca. 5km voneinander entfernt sind.

Der Strand war ein wenig kleiner als der vorherige aber auch die Anzahl der Leute die sich dort sonnten war dementsprechend klein. In einer kleinen Bucht geschützt vor Wind konnte man gemütlich entspannen. Ein Aufstieg an der Felswand ermöglichte es Leuten von den Klippen zu springen was eine Abwechslung für viele ist, jedoch die meisten machten es sich gemütlich in der Horizontalen oder im kühlen Nass. Das Wasser war ebenfalls ein Traum. Es ist wirklich schön zu sehen wie die Portugiesen aber auch die Gäste ihren Müll entsorgen. Keiner lässt etwas liegen und an jedem Strand stehen Mülltonnen zur Verfügung die täglich gelehrt werden. Das sollte eigentlich überall auf der Welt so sein!!!

TAG 3: Abreisetag von der Casa Estrela und so nehmen wir Abschied von dem sehr Gastfreundlichen Paar und stiegen in unser Auto Richtung Westen. Unser Ziel... es gibt keins, höchstens Sonne, Strand und Meer. Da es Mitte August war sind natürlich viele Unterkünfte bereits ausgebucht. Wir mussten uns mit dem zufrieden geben was es gab und so war manchmal die Suche nach der richtigen Unterkunft eine Tortur.

Am Strand "Praia dos Tres Irmaos" angekommen, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man steigt über Treppen hinunter und es eröffnet sich eine Küste die mit Goldbraunen und Orangenen Gesteinen umgeben ist. Das Blau was sich einem eröffnet, hat die verschiedensten Blautöne die zum Baden einladen. Der Strand ist super sauber und eine feine Sanddecke ist über den kompletten Strand verteilt. Durch die vielen kleinen Höhlen und Buchten kann man sich gut verstecken und zurückziehen. Der Strand ist überhaupt nicht überlaufen, man hat genügend Platz und man hat das Gefühl das man irgendwo im Paradies gelandet ist. Keine nervigen fake Louis Vuitton-, Gucci-Taschen Verkäufer oder Rayban-, Carrera-Brillen Händler. Man ist einfach allein und kann komplett abschalten und in Ruhe Lesen, Musik hören oder einfach das Treiben am Strand beobachten. Entlang der vielen kleinen Schluchten kann man kleine Wege finden um die nächste Bucht zu entdecken usw. Man muss nur aufpassen früh genug zurück zu gehen bevor die Flut kommt, wenn man Handy oder Kamera dabei hat ist das eher schlecht.

Als uns am Nachmittag der Hunger gepackt hat, sind wir in den Felsen zum versteckten Restaurant "CANICO" geschlendert. Man kann dort Tagsüber aber auch am Abend essen. Da wir abends keinen Platz mehr erhalten haben, haben wir uns für einen Lunch am Spätnachmittag entschieden um trotzdem das leckere Essen auszuprobieren. Die Atmosphäre dort ist schon einzigartig zwischen den Felsen, geschützt vor Wind und Wetter mit dem einzigartigen Blick auf den tiefen Ozean. Das Couvert war sehr gut, Kichererbsen, eingelegte Karotten, Oliven, Olivenöl, Sardinen Pate…

Als der Kellner vor uns mit dem Riesen Teller mit frischen Fischen stand, war die Entscheidung schnell gefallen. Eine Frische Dorade und eine leckere Riesengarnele die uns anlachte sollte es sein. Nach kurzer Wartezeit standen die beiden Gerichte auf unseren Tisch und wir genossen jeden Biss. Der Fisch und die Riesengarnele waren mit einer fantastisch, leckeren Marinade bestrichen. So gut!! Ein Gaumenschmaus. Das Essen schmeckte, der Sangria floss, die Aussicht ein Traum, was will man mehr... vielleicht ein Dessert? Der Kellner machte uns auf den frisch gebackenen Apfelkuchen aufmerksam. Im wahrsten Sinne war der Apfelkuchen ein Traum! Super lecker, alles sehr frisch. Wir können das Canico nur empfehlen!

TAG 4: Am vierten Tag bezogen wir unsere neue Unterkunft in dem kleinen Fischerdorf Salema. Salema hat gefühlte 500 Bewohner. In den letzten Jahren sind immer mehr Touristen gekommen aber nichtsdestotrotz ist Salema, gottseidank, von den großen Betonbunkern verschont geblieben. Ich hoffe es bleibt auch so, denn die Menschen und das kleine Dörfchen sind uns sehr ans Herz gewachsen.

Am Morgen hat uns die nette Dame unseres Hotels in ein kleines Café um die Ecke geschickt. "SOLMAR" Die Schlange, um sich seinen Galao (Portugisischer Kaffee) zu holen, ragte bereits aus dem Laden. Es war erstaunlich zu sehen mit welcher Ruhe und Gelassenheit der Besitzer und seine Frau das ganze meisterten. Keiner trat aus der Schlange meckerte oder sagte etwas und wartete gemächlich, wir ebenfalls.

Als wir endlich an die Reihe kamen und wir die Leckereien bestaunten konnten wir uns kaum entscheiden. Klar, ein Galao musste sein, aber auch natürlich ein Pasteis de Nata und auch ein leckeres Sandwich getoastet und belegt mit portugiesischem Käse und Schinken und als Abschluss auch ein frisch gepresster Orangensaft. Genüsslich Frühstückten wir in aller Ruhe und beobachteten das wusselige Treiben der Leute die nun in der Schlange standen. Die nahm einfach nicht ab :) An diesem Tag beschlossen wir das wir uns noch einmal den Strand "Praia dos Tres Irmaos" ansehen. Zu schön war dieser um ihn einfach nicht noch einmal zu besuchen. Den Tag verbrachten wir dort.

Am Abend hatte uns der Hunger gepackt und wir sind sehr naiv nach Salema gefahren um dort am Abend zu essen. Das Restaurant "Olhos N'Agua" sah sehr einladend aus und wir entschieden uns hier zu bleiben schließlich war ein Tisch noch frei und der schrie nach uns. Falsch gedacht. Der Tisch war reserviert und wir mussten ausharren ob die Gäste kommen oder nicht. Der Magen knurrte die Stimmung schien zu schwanken aber wir hielten stand und harrten 15-20 Minuten aus. Ich glaube eher, dass der Kellner gesehen hat, dass wir uns sonst aufessen würden. Am Tisch Platz genommen war die Entscheidung schnell gefallen schließlich konnten wir das ganze Treiben im Restaurant von außen gut beobachten. Ein Gegrillter frischer Fisch wurde uns empfohlen und wir entschieden uns sofort dafür - Goldbrasse! WOW, was ein Fisch! So lecker, unglaublich.

TAG 5: An diesem Tag entschieden wir uns die Küste weiter entlang zum nächsten Strand zu fahren. "Praia do Zavial" ist eine kleine versteckte Bucht zwischen Salema und Sagres um genauer zu sein in Raposeira. Der Strand ist unterteilt in mehrere Bereiche. Es gibt einen für die Surfer, einen für die Badegäste und den etwas wilderen Teil, der schöner und beeindruckender ist. Man ist direkt an der Felswand und kann drum herum laufen und sich seinen Weg ebnen um in den versteckten Buchten auf Entdeckungstour zu gehen. Wir sind über die Felsen geklettert und haben so eine Oase für uns entdeckt wo kein Mensch mehr weit und breit gewesen ist. Ein Strand für uns allein! Es war einfach ein Traum und man konnte richtig toll entspannen und schwimmen. Ich würde jedem empfehlen der nach Portugal reist, sich einen Sonnenschirm zu kaufen. Die Sonne ist unglaublich intensiv, vor allem im August. Ohne Sonnenschirm ist es fast unmöglich länger als eine halbe Stunde in der Sonne zu liegen. Diese 5€ ist die beste Investition unseres gesamten Urlaubs ;)

Nach dem Strand sind wir in Raposeira an der Straße an einem Pottery / Ceramica Laden vorbeigefahren, wo wir natürlich stehen bleiben mussten, da der Laden von außen auf uns so einen tollen Eindruck gemacht hat. Ich kann euch sagen geht da rein! Es ist ein riesiger Laden mit allem was ihr euch vorstellen könnt an Keramik! Unglaublich schöne Sachen von zeitlosem, traditionellem, kitschigem und modernem kann man alles kaufen und die Preise sind der absolute Wahnsinn. Wenn ihr noch ein paar Kilos Gepäck vertragen könnt, dann schaut da vorbei, euer Koffer wird schnell gefüllt oder besser gesagt überfüllt sein.

TAG 6: Am 6 Tag haben wir uns entschieden unsere Tour weiter fortzusetzen und die Atlantische Küstenseite unter die Lupe zu nehmen. Auf dem Zettel stand "Praia de Amado" und "Praia de Vale Figueiras". Die Strände an der Atlantischen Küste sind eher von Surfern belegt, wobei man bei diesen weiten Stränden das Gefühl hat alleine am Strand zu liegen. Speziell der Strand "Praia de Vale Figueiras" war wunderschön. Der Strand ist sehr breit und soweit das Auge reicht lang, sauber und fast menschenleer.

Beim Betreten des Wassers merkte man schon das man sich jetzt an der Atlantikküste befand. Das Wasser war um ein paar Grad kälter als an der Südküste, aber immer noch nicht zu kalt um eine Erfrischung bei diesem Sonnenwetter zu bekommen.

Am Abend sind wir nach Odeceixe und zu unserem Hotel. Bei der Unterkunft angekommen tönte Dubstep- Reggae Musik durch die Gassen Odeceixes. Schnell umgezogen sind wir in das Vereinshaus des Dorfes spaziert, um uns das bunte Treiben anzusehen. Nett war es. Das ganze Dorf war geschmückt, Reggae tönte aus den Boxen und es hielt keinen der Gäste auf den Stühlen. Herrlich ausgelassen... Bob Marley würde es freuen!

TAG 7: Die Nacht war kurz und so waren wir tags darauf sehr müde. Zum Glück waren wir schon in dem Ort an dem auch der nächste geplante Strand war.

"Praia Odeceixe" - allerdings war uns dieser Strand zu voll und so entschieden wir uns zu dem Nachbarstrand umzusiedeln "Praia das Adegas". Dort genossen wir die Vormittagssonne und die eine oder andere Welle. Die Aussicht von den umliegenden Bergen aus ist fantastisch. Lauter Steilhänge voller Schieferplatten. Schluchten von denen man das treiben der Fischer gut beobachten kann. Wanderwege, alles was das Herz begehrt.

Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach Lissabon. Kurz davor wollten wir noch einen Stopp im Naturschutzgebiet von "Lagoa de Santo André" einlegen. Dieses Naturschutzgebiet verbindet einen See und den Atlantischen Ozean. Das Vorkommen von Süß- und Brackwasser führt zu einer unterschiedlichen Reihe von aquatischen und Ufer-Ökosystemen. Nach einem kurzen tunken im See und im Meer machten wir uns weiter Richtung Lissabon auf und kamen am späten Nachmittag/Abend an.

Die Entfernungen in Portugal (Algarve - Lissabon) sind nicht sehr weit und man erreicht alles recht unkompliziert und zügig.

... more to come

A NEVERENDING JOURNEY